Nebenberufliche Selbständigkeit in der Kindertagespflege

Die Kindertagespflegeperson arbeitet für mehrere Auftraggeber, in der Kindertagespflege sind dieses die Eltern. Sie kann für ihre Tätigkeit Werbung machen, Arbeitszeiten und den Verdienst selber festlegen und hat keine Weisungsgebundenheit. Sie trägt 100 % der Kosten der Sozialversicherung (Teilerstattung unter bestimmten Voraussetzungen möglich) und bestimmt den Umfang der Arbeitszeiten und die Gestaltung der Tätigkeit selbst.

Nebenberuflich selbständige Kindertagespflegepersonen können unter bestimmten Voraussetzungen in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert bleiben. Die Grenzen dafür werden von den Krankenkassen jährlich neu festgelegt.

Wenn eine Mitgliedschaft in der Familienversicherung nicht möglich ist, muss sich die Kindertagespflegeperson freiwillig gesetzlich oder privat versichern.

Auch diese Grenzen werden von den Krankenkassen jährlich neu festgelegt und richten sich nach dem Gewinn bzw. Einkommen der Kindertagespflegeperson.

Wenn Eltern einen Antrag auf Bezuschussung der Kinderbetreuungskosten gestellt haben, erstattet der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden die Hälfte des Mindestkrankenkassenbeitrages. Die Erstattung ist einkommenssteuerfrei.

Die selbständige Kindertagespflegeperson ist verpflichtet, ihre Tätigkeit innerhalb von drei Monaten bei der Deutschen Rentenversicherung anzugeben.

Aus der Meldepflicht zur Rentenversicherung folgt nicht zwingend, dass sie auch Beiträge entrichten muss. Die Grenzen der Beitragsfreiheit sowie die Höhe des Beitrages legt die Deutsche Rentenversicherung fest.

Der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden erstattet der Kindertagespflegeperson, wenn Eltern einen Antrag auf Bezuschussung der Kinderbetreuungskosten gestellt haben, die Hälfte des Mindestbeitrages.

Die Erstattung ist einkommenssteuerfrei.

Selbständige Kindertagespflegepersonen, die regelmäßig Kinder aus verschiedenen Familien betreuen, sind bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) gesetzlich unfallversichert. Sie müssen dafür im Besitz einer gültigen Erlaubnis für die Tätigkeit in der Kindertagespflege sein und sich innerhalb einer Woche bei der BGW anmelden.

Die nachgewiesenen jährlichen Kosten werden auf Antrag zu 100% vom Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden übernommen, wenn die Eltern einen Antrag auf Bezuschussung der Kinderbetreuungskosten gestellt haben.

Die Einnahme ist steuerfrei. Eine private Unfallversicherung entbindet nicht von der Pflicht, sich bei der BGW anzumelden. Beiträge zur Unfallversicherung können bis zu vier Jahre rückwirkend gefordert werden.

Kinder, die von einer qualifizierten Kindertagespflegeperson betreut werden, sind automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Voraussetzung ist eine gültige Pflegerlaubnis zur Ausübung der Kindertagespflege.

Für die Zeit der Betreuung haben die Eltern die Aufsichtspflicht an die Kindertagespflegeperson übertragen. Schäden am Kind (die kein Unfall sind) oder Schäden, die Dritten entstehen, werden dann in der Regel nicht durch die Privathaftpflichtversicherung oder die der Eltern gedeckt.

Dringend anzuraten ist deshalb der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für die Tätigkeit in der Kindertagespflege. Möglich ist dieses entweder innerhalb einer Familienhaftpflichtversicherung oder dort als kostenpflichtiger Zusatz.

Als Mitglied des Vereins für Kindertagespflege Landkreis Verden e.V. sind die Kindertagespflegepersonen, die im Besitz einer gültigen Erlaubnis zur Ausübung der Kindertagespflege sind, automatisch Haftpflicht versichert.

Nebenberuflich selbständige Kindertagespflegepersonen müssen ihren Gewinn, d.h. die Einnahmen nach Abzug der Betriebskosten, je nach persönlicher Einkommenssituation ggf. versteuern. Erstattungen für Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung sind steuerfrei. Die Kindertagespflegeperson ist verpflichtet, ihre Tätigkeit beim Finanzamt anzumelden.

Kindertagespflegeperson, die im eigenen Haushalt betreuen, haben die Wahl Ausgaben über Einzelnachweise oder über die Betriebskostenpauschale auszuweisen. Als Betriebskostenpauschale können 300 € monatlich pro Kind, bei Betreuung an 21 Kalendertagen (4,2 Wochen pro Monat) à 8 Stunden täglich, angerechnet werden. Bei kürzeren Betreuungszeiten wird dieser Betrag entsprechend anteilig gekürzt. Bei Betreuung der Kinder im Haushalt der Personensorgeberechtigten findet die Betriebskostenpauschale keine Anwendung. Kindertagespflegepersonen haben die Möglichkeit, Ausgaben mit Einzelnachweisen (Fahrtkosten, Fortbildung, etc.) geltend zu machen.

Wenn ein Kind weniger als 21 Tage à 8 Stunden täglich betreut wird, verringert sich der Pauschalbetrag anteilig.

Einkommen, die unterhalb einer bestimmten Grenze liegen, sind einkommenssteuerfrei. Die Grenze wird jährlich neu festgelegt.

Die Höhe der zu zahlenden Steuern richtet sich nach der Einkommens- und Lebenssituation der Kindertagespflegeperson.